Wir sagen “innere Welt” oder “äußere Welt”, aber in Wirklichkeit gibt es einfach nur eine ganze Welt. In dieser grenzenlosen Welt ist unsere Kehle wie eine Schwingtür…
Was wir “Ich” nennen, ist nur eine Schwingtür, die sich bewegt, wenn wir einatmen und ausatmen.Ihr müsst euren Körper und Geist einnehmen…
Wenn wir unseren Körper und Geist in Ordnung haben, wird auch alles andere am rechten Ort und in der rechten Weise existieren.Shunryu Suzuki, Zen-Geist, Anfänger-Geist
In der Tradition von Shunryu Suzuki Roshi und Richard Baker Roshi weben wir Körper und Geist durch den Atem zusammen.
Unsere tägliche Praxis des Sitzens in Stille, der Gehmeditation und Rezitation ist für alle Interessierten mit und ohne Vorerfahrung offen.
Herzlich Willkommen!
Wie es anfing
Der räumliche Grundstein unserer Sangha wurde im Schildweg gelegt, in der ersten Göttinger Wohnung von Gerald und Gisela Weischede. Bereits dort fand – wie auch heute noch in der Gotmarstraße 3 – täglich das morgendliche Zazen und zweimal die Woche ein abendliches Zazen statt. Als sich eine stabile Gruppe gebildet hatte, begannen die Planungen zur Gründung eines Vereins und die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten.
Eine herzlich offene Tür fanden wir bei der heute leider verstorbenen Hausbesitzerin Gisela Engelke. In der Hinterhoflandschaft der Gotmarstraße 3 half sie uns gern, einen Raum der Stille zu gestalten. Eine ehemalige Tischlereiwerkstatt mit viel Raum und einer angrenzenden Küche stand dafür zur Verfügung. Das war ein guter Start in die Öffentlichkeit. Anstelle eines sich verwandelnden Wohnzimmers hatten wir nun einen Zendo, der immer da ist und der entfaltet seitdem ein Eigenleben unter dem Namen „Grasbergtempel“.
Wo sind wir heute?
Wir praktizieren dort das gleiche morgendliche und abendliche Zazen wie vorher, aber wir tun es an einem Ort, um den wir uns gemeinsam kümmern. Auch das ist Zenpraxis: Möchten die Blumen auf dem Altar frisches Wasser? Was machen die Spinnweben? Die Matten, auf denen wir sitzen, brauchen heute den Staubsauger. Danke.
Die Küche lädt inzwischen zum gemeinsamen Reis- oder Hirsefrühstück ein. Wer kocht uns einen Tee? Nachdem wir von unseren Kissen aufgestanden sind, gibt es in diesem Raum viele Angebote zum achtsamen Tun.
Sich begegnen, Fragen stellen oder einfach zum Zazen kommen und dann wieder gehen, regelmäßig oder einmalig – all das fließt durch den Zendo mit einer wachsenden Zahl von Besuchern und Mitgliedern, so dass wir vor einiger Zeit einen zusätzlichen Abend für Anfänger eingerichtet haben. Eine schöne Gelegenheit auch für „Fortgeschrittene“, ihren Anfängergeist zu entwickeln.
Die Kontinuität in all dieser Bewegung geht von Shosan Gerald und Ei Myo Genjo Gisela Weischede und ihrer Praxis aus, die sie uns an diesem Ort zur Verfügung stellen, und sie geht immer mehr über auf diejenigen, die kontinuierlich mit ihnen praktizieren möchten. Seit 2009 sitzen wir ein mal im Jahr das traditionelle siebentägige Rohatsu-Sesshin, was eine begrenzte Zeit intensiver formell-klösterlicher Praxis bedeutet. In 2012 werden es aus wachsendem Interesse zwei Sesshins sein.
Wo geht die Reise hin?
Der Verein versteht sich also heute als lebendige buddhistische Sangha und entwickelt sich auf die Frage hin, welche Formen von Praxis und von Alltag sich durch uns erfinden werden, um eine klösterlich inspirierte Laienpraxis im Alltag zum Leben zu bringen. Warum? Weil es uns und die Samen von Weisheit und Mitgefühl in uns besser nährt als vieles andere.
Wem das zu kompliziert ist, der kommt einfach sitzen.